Helios Amper Kliniken Dachau

Klinikum Dachau, Klinik Indersdorf: Gesellschafter der Amper Kliniken AG war seit 2005 die Rhön-Klinikum AG mit 74,9% und der Landkreis Dachau mit 25,1%. (Qualitätsbericht der Amper Kliniken AG Dachau für 2005) Seit November 2009 gehörten der Rhön Klinikum AG weitere 20,1% und somit 94,9% der Anteile an den Amper Kliniken. Im März 2014 gingen die Anteile der Rhön Klinikum AG mit der Übernahme durch Fresenius-Helios an die Helios GmbH über. Die Amper Kliniken AG gehörten innerhalb der Rhön AG zu den größten und v.a. wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen. Seit 1. Juli 2014 ist der offizielle Name Helios Amper Klinikum Dachau bzw. Helios Amper Klinik Indersdorf.

Helios Amper Kliniken Dachau: Verdi legt Arbeitskampf auf Eis / Keine Entlastung – Beschäftige brüskiert!

Es geht um mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und um eine grundlegende Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen. Und obwohl nichts davon bisher erreicht wurde, hat die Gewerkschaft verdi nun den Arbeitskampf vorerst auf Eis gelegt. Nach dem skandalösen Verbot eines unbefristeten Streiks Anfang Dezember, konnte verdi eine finanzielle Offerte nicht ausschlagen. Trotz nie dagewesener Geschlossenheit und Kampfeswillen der Kolleginnen und Kollegen. Seit September befinden sich die Beschäftigten der Helios Amper Kliniken Dachau und Markt Indersdorf im Arbeitskampf. Die Gründe sind klar: Änderung der existenziellen permanenten personellen Unterbesetzung v.a. in der Pflege, welche zu massiver Überlastung, Krankheitsausfällen und vielen freiwilligen Kündigungen führt. Die Forderungen sind eindeutig: Umgehende Entlastung, klare Regelungen in Unterbesetzungen, wie etwa Ausfallkonzepte, Aufnahmestopps. Lohnerhöhung und Eingruppierung spielen eine klar untergeordnete Rolle. Statt sich weiter für die Profite des Klinikriesen Helios kaputt zu schuften, sind die Beschäftigten bereit für mehr Personal zu kämpfen. Nach zwei Warnstreiks zeigte Helios keinerlei Einlenken bezüglich der Forderungen, sie waren nicht einmal bereit, darüber zu verhandeln oder die Beschäftigten zu ihrer Belastungssituation überhaupt zu befragen. In einer Urabstimmung stimmten 97,6% der verdi Mitglieder für einen unbefristeten Erzwingungsstreik. Einen Tag davor, am 5.12., ließ Helios den Streik vor dem Arbeitsgericht per einstweiliger Verfügung verbieten. Ein Vorgang, der erneut die unerbittliche Linie von Helios verdeutlicht und ihren Ruf in der Öffentlichkeit bestätigt, alle Belange der Beschäftigten rigoros dem reinen Profit unterzuordnen.

Statt aber erneut zum Streik aufzurufen oder dagegen zu protestieren, was dem eindeutigen Willen der Beschäftigten entsprach, nahm die Tarifkommission einen Verhandlungstermin am 7.12. wahr. Hier offenbarte Helios ein gewisses Geschick. Sie erklärten die Absicht, in den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) wechseln zu wollen, was eine Übernahme des TvöD bedeuten würde. Obwohl dort keinerlei Entlastung oder derartiges geregelt ist, sprang die Tarifkommission darauf an. Sie nahm auch ein von Helios eingefordertes Stillschweigeabkommen über das Angebot bis zum 19.12. an. Ohne zu wissen, worum es überhaupt geht, waren die Beschäftigten zum Nichtstun verdonnert. Die Unabhängige Betriebsgruppe vor Ort rief dazu auf, zur Betriebsvollversammlung am 20.12. zu kommen, wo das Angebot verkündet werden sollte. Die Betriebsgruppe bezeichnete nicht nur das Streikverbot als inakzeptabel, sie forderte auch Transparenz über Angebote und plädierte für eine Fortführung des Arbeitskampfs, solange eine klare und umfassende Entlastung nicht erreicht sei. Und obwohl auf der Betriebsvollversammlung die Missstände erneut klar genannt wurden, ging man weder von Seiten der verdi, als auch der Geschäftsführung, darauf ein. Der Flächentarif würde für die meisten Berufsgruppen Verbesserungen des Einkommens bedeuten. Genaueres konnte nicht genannt werden, da der TvöD einfach zu komplex sei. Die Pflege als größte Berufsgruppe im Betrieb würde es betreffen. Ohne das schlecht reden zu wollen, aber darum ging es den Beschäftigten zu keinem Zeitpunkt. Was schon einiges über die Arbeitssituation aussagt. Die Geschlossenheit rührte aus dem Willen, endlich die Arbeitsbedingungen zu ändern! Das wurde stets betont, auch gegenüber der Presse. So stand es auch monatelang in jedem Artikel. Es gründete sich auch eine Bürgerinitiative, die dieses Anliegen unterstützt. Die Überlastung hat Ausmaße erreicht, die Resignation in ihr Gegenteil verkehrte. Die Beschäftigten haben erkannt, dass sie jetzt die Gelegenheit haben. Verdi sparte auch nicht an vollmundigen Ankündigungen. Umso mehr macht sich die Enttäuschung und Wut über den jetzigen Stand breit. Zwar sei die Entlastung laut verdi „nicht vom Tisch“, aber ein erneuter Streik scheint nicht allzu wahrscheinlich. Zu viele Fragezeichen bleiben über den Jahreswechsel. Wird Helios in den KAV aufgenommen, wann findet eine Urabstimmung statt, was ist Gegenstand von Übergangsverhandlungen? Wie möchte man jetzt noch eine Entlastung durchsetzen? Und v.a. wann geht es weiter? Hier wurde enorm viel Vertrauen verspielt. Man kann die Beschäftigen nicht zum Kampf blasen und ihn dann, ohne das erwünschte Ergebnis zu erzielen, einfach wieder abblasen. Hier soll auch gar nicht gegen den Flächentarifvertrag an sich argumentiert werden. Verdi hat ein kollektives Interesse in ein individuelles gerückt, wenn alle in ihren Geldbeutel blicken sollen. Wo liegen die Nutzen der beteiligten Akteure? Helios kann behaupten, dass sie einen unbefristeten Streik verhindert und eine Entlastung auf den Sanktnimmerleinstag hinaus geschoben haben. Verdi kann für sich in Anspruch nehmen, dass der größte Klinikkonzern freiwillig den Tarifvertrag des öffentlichen Dienst annehmen möchte. Aber die Tarifkommission hat gegen das klar definierte Interesse der Beschäftigen gehandelt und mit diesem Schachzug den Kolleginnen und Kollegen sogar noch den moralischen Sieg nach einem Streikverbot genommen. Die FAU München stellt sich nach wie vor klar auf die Seite der Beschäftigen und unterstützt sämtliche Bestrebungen, die eine Änderung der eklatant schlechten Arbeitsbedingungen zum Ziel haben. Noch gibt es hier nichts zu feiern.

Quellen: Betriebsgruppe Klinikum Dachau &

Sektion Gesundheits- und Sozialberufe
Freie Arbeiterinnen & Arbeiter Union FAU
Lokalföderation München

München, 27.12.2017

Bericht der Unabhängigen Betriebsgruppe am Klinikum Dachau

Nachdem Helios in der dritten Verhandlungsrunde am 16. Oktober erneut ablehnte über eine personelle Mindestbesetzung zu verhandeln, war klar, dass ein erneuter Streik bevorstehen würde. Dabei lehnten sie sämtliche Vorschläge von verdi pauschal ab. Sogar eine Befragung der Klinik MitarbeiterInnen zur allgemeinen Belastungssituation. Stattdessen schlugen sie vor eine Arbeitsgruppe zu gründen, die eine solche Befragung durchführen sollte – im Jahr 2019. Eine modifizierte Version der beim ersten Streik geltenden Notdienstverordnung wurde von Helios abgelehnt. Stein des Anstoßes war das Vorhaben eine Station komplett zu bestreiken. Helios kündigte an, im Falle dessen, den gesamten Warnstreik per einstweiliger Verfügung verbieten lassen zu wollen. Verdi ruderte daraufhin zurück und beschloss auf die Stationsschließung zu verzichten. Sehr zum Verdruss der dortigen KollegInnen, die natürlich darüber nur informiert wurden. Dennoch musste der zweite Streik den ersten übertreffen und das tat er. Aufgerufen wurde von 25.10. um 6 Uhr bis 26.10. 22 Uhr. Nichtsdestotrotz war die Stimmung unter aktiven KollegInnen kämpferisch. Die Team-delegierten setzten erneut Streikposten zum Streikbeginn um 6 Uhr morgens durch. Es wurden Antigen-Flugblätter verteilt, die in Kürze erklären, warum wir erneut streiken. An beiden Streiktagen wurden davon mehrere hundert Stück vor dem Betrieb verteilt. Leider zeigte sich am ersten Tag auch ein großes Manko. Nachdem Helios bis zuletzt die Not-dienstvereinbarung abgelehnt hatte, wurde von Seiten der verdi zugesagt, man werde sich einseitig an die Besetzung vom letzten Streik halten. Was sich in zweierlei Maß ungünstig auswirkte. Einerseits war die reale Besetzung der Stationen entweder genau dieses Min-destmaß oder es lag noch darunter. Das bedeutete, dass man auf den Stationen größten-teils erneut nicht am Streik teilnehmen konnte. Andererseits sorgte das Nichtexistieren eines verbindlichen Notdienstes für Verunsicherung unter KollegInnen. Daher nahmen am ersten Tag nur knapp 80 Beschäftigte teil. Und das obwohl von Seiten der Klinik-geschäftsführung und des unpopulären Pflegedirektors flächendeckende Einschüchter-ungsversuche ausblieben. Was allerdings zeigt, dass viele dies Europas größtem Klinik-konzern durchaus zutrauen. Das dies nicht unbegründet ist zeigt folgende Begebenheit: In einem SZ Zeitungsartikel am 11.10. zu einer Aktion für Azubis (in unserem Jargon KrankenpflegeschülerInnen) vor der Dachauer Krankenpflegeschule wurden einige KPS zitiert, sie würden nicht an den Amper Kliniken anfangen, sollte sich nichts grundlegendes ändern. Die SchülerInnen werden allzu oft zur Kompensation personeller Engpässe herangezogen und sollen ganze Pflegegruppen übernehmen. Seit 1.10. unterstehen die KPS nur noch dem Pflegedirektor. Den Artikel nahm Klinikgeschäftsführer Thomas Eberl zum Anlass die interviewten Azubis zu sich zu zitieren. Dort wurden sie allerdings eher belabert als eingeschüchtert. Sie könnten mit ihren Anliegen jederzeit zu ihm kommen etc. Aber die Wirkung einer solchen Einladung darf dabei nicht unterschätzt werden.

Erfreulich war, dass sich wieder sehr viele KrankenpflegeschülerInnen an den Aktionen beteiligten. Auch beteiligten sich viele KollegInnen vor und nach dem Dienst oder in der Freizeit. Zwei Chefärzte verlegten ihre Ops oder Untersuchungen, die restlichen ignorierten den Streik und zogen ihr gesamtes Programm durch. Die logische Konsequenz, wenn man sich an keine Notdienstvereinbarung halten muss. Völlig unverständlich blieb unter den Streikenden, wie sich der oberste verdi Aktivist im Betrieb am Vortag auf einer gut organisierten Station zu Aussagen hinreißen lassen konnte, die den Pflegedirektor in Schutz nehmen. Wie man sich vor einem Streik auf die Seite des Arbeitgebers schlagen kann bleibt schleierhaft. Umso besser, dass sich die KollegInnen darüber eher amüsierten. Immer wieder wird deutlich, dass sehr viele nicht einfach das Vorgegebene nachplappern, sondern ein eigenes Bewusstsein und v.a. Selbstbewusstsein entwickelt haben.

Als Streiklokal wurde das Gasthaus 3 Rosen gebucht. Um dorthin zu gelangen zogen die Streikenden mit Transparenten, Fahnen und den obligatorischen Trillerpfeifen durch die Altstadt. Wegen der Masse an Leuten musste der Gehweg verlassen werden und der Fußmarsch wurde zur Demonstration. Dabei wurden Autofahrer zur Solidarität aufgefordert („2x Hupen für mehr Krankenhauspersonal“), was die meisten auch aufgriffen. Besonders erwähnt werden müssen an dieser Stelle die Dachauer Busfahrer für ihr solidarisches Verhalten. Man merkte schnell, dass die Bevölkerung unseren Anliegen positiv gegenübersteht und unsere Kritik an Arbeitsbedingungen und Konzern nur allzu deutlich teilt. Ins Streiklokal wurden alle Fraktionen des Dachauer Kreistags eingeladen. Hintergrund war u.a. die negativen Äußerungen von Landrat Löwl, der von „Lügen“ sprach und behauptete es würde mit „Unwahrheiten gezielt Stimmung gemacht“ gegen die Klinik. Obwohl die Kreistagsmitglieder sich in der Sitzung Anfang Oktober kritisch gegenüber der Klinikleitung äußerten, nahmen lediglich die SPD Kreisräte Dirlenbach und Eichinger an der Streikversammlung teil. Diese allerdings bekräftigten vor der mittlerweile auf über 100 KollegInnen angewachsenen Versammlung einigermaßen glaubhaft, dass ihnen die Verhältnisse an den beiden Kliniken ein deutliches Anliegen seien. Allerdings mussten sie nachschieben, dass der Landkreis mit seinen 5,1% Anteilen kein Mitspracherecht mehr besäße. Die KollegInnen berichteten ungeschönt von den Zuständen, der alltäglichen Arbeitsbelastung, Unterbesetzung, Ignoranz und despektierliches Verhalten seitens des Pflegedirektors und wie die PatientInnen dadurch nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten. Es ist schön zu sehen, wenn KollegInnen über ihren Schatten springen und spontan das Wort ergreifen.

Nachdem sich rumgesprochen hatte, dass man trotz Notdienstvereinbarung prima streiken kann, war die Beteiligung an Tag 2 mit weit über 120 KollegInnen deutlich höher. Die Dynamik war größer, der Lärmpegel höher und die Entschlossenheit ebenso. Auch gemalte Schilder wurden mitgeführt, z.B. mit der trefflichen Aussage „Helios: Come in and burn out“. Selbstverständlich wurde wieder zum 3 Rosen in einer Demonstration gezogen. Dort erklärten sich die Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi (SPD), Harald Weinberg (Die Linke) und Beate Walter-Rosenheimer (Grüne) bereit mit den Streikenden zu diskutieren. Letztere blieb dabei inhaltlich etwas blass. Alle befürworteten eine gesetzliche personelle Mindestbemessung im Klinikbereich, stellten aber sogleich in Aussicht, dass diese in absehbarer Zeit nicht kommen werde. Die Debatte war deutlich politischer, das Gesundheitssystem im allgemeinen betreffend, was an den geladenen Gästen lag. Auch OB Florian Hartmann kam spontan ins Streiklokal und drückte seine Solidarität aus. Im Anschluss statteten noch 40 Streikende dem Landratsamt einen lautstarken Besuch ab. Der Adressat Stefan Löwl war leider nicht anwesend, aber einer seiner Mitarbeiter empfing eine kleine Delegation.

Fazit: Erneut ziemlich gut, aber mit Luft nach oben. Helios klebt derweil Zettel im ganzen Betrieb, in denen sie behaupten ihr „Angebot“ stehe. Ihr Vorschlag für eine Arbeitsgruppe im Jahr 2019 und eine vorgeschlagene Betriebsvereinbarung ohne konkreten Inhalt stellt noch lange kein Angebot dar. Auch wenn man im finanziellen Bereich bereit wäre den Forderungen entgegen zu kommen, so ist die Weigerung die Beschäftigten zu entlasten, sie alleine über ihre Belastung zu befragen, eine klare Ansage, welche Sichtweise sie von uns Beschäftigten haben. Wir sollen schön weiter buckeln bis zum Umfallen. Und sollten wir dagegen aufbegehren ist es „unverhältnismäßig“? Sie bleiben unnachgiebig, wir bleiben es auch. Wir werden mit jeden Streik unsere Würde ein Stück mehr zurückholen.

Presseberichte zu den Streiks am Klinikum Dachau

Flugblatt Warum wir streiken

http://betriebsgruppen.de/bgak/download/streik25261017.pdf

Presseberichte:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/streikam-dachauer-krankenhaus-wild-entschlossen-1.3723618

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/streik-der-pfleger-politiker-versprechen-unterstuetzung-1.3726121

verdi PM

http://gesundheit-soziales-bayern.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++c948f574-b977-11e7-affb-525400423e78

Bericht vom ersten Warnstreik

http://betriebsgruppen.de/bgak/index.html#Solidarit%C3%A4t_statt_Leistungsdruck_f%C3%BCr_Profite__Warnstreik_an_den_Helios_Amper_Kliniken_Dachau

Nachwuchs macht seinem Unmut Luft. Die Auszubildenden der Krankenpflegeschule fühlen sich auf den Stationen des Dachauer Klinikums allein gelassen.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/nachwuchs-macht-seinem-unmut-luft-protest-gegen-arbeitsbedingungen-1.3702881

Kreistagssitzung

https://www.merkur.de/lokales/dachau/dachau-ort28553/dachauer-kreisraete-kritisieren-helios-8772039.html

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/fehlende-pflegekraefte-betten-muessen-leer-bleiben-1.3707667

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/gegen-die-konzernpolitik-aufstand-der-pfleger-1.3714428

Quelle: Betriebsgruppe Klinikum Dachau

Amper Kliniken AG – Beschäftigte protestieren gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen!

Vor zwei Jahren übernahm die Helios GmbH mehrheitlich ihren Konkurrenten Rhön Klinikum AG. Das bedeutete für die Amper Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf eine erneute Übernahme durch Europas größten Klinikkonzern. In diesem Zeitraum haben nicht nur die bereits zuvor bestehenden Probleme des Personalmangels und die damit verbundene hohe Arbeitsbelastung im Klinikum Dachau enorm zugenommen. Sie haben sich derart verschärft, sodass die Berufsgruppen Pflege, Reinigung, Bettenaufbereitung und Patienten Service täglich am Rande des Machbaren arbeiten und immer öfter darüber hinaus. Die Interessen der Beschäftigten spielen im Klinikkonzern eine untergeordnete Rolle, im Streben nach der vorgegebenen Gewinnspanne. Und das, obwohl die Amper Kliniken schon im Rhön Konzern eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Kliniken darstellten. Der Druck diese Ziele zu erreichen landet tagtäglich auf den Schultern des überlasteten Personals. In letzter Zeit wurden in der Presse Mängel bei Personal und vor allem in der Hygiene thematisiert. Missstände sind für die Dachauer Bevölkerung als potentielle Patientinnen und Patienten oder Angehörige von Interesse. Ebenso für die Kreispolitik, da der Landkreis 5,1% Anteile an den Kliniken hält. Es muss eine öffentliche Debatte mit Beschäftigten, Betroffenen und der Politik darüber geführt werden, in welche Richtung sich die Kliniken bewegen.

Nichts hat sich geändert! Proteste gehen weiter! In der Presse wurde viel über horrenden Personalmangel, unzumutbare Arbeitsbedingungen und mangelnde Hygiene am Dachauer Klinikum berichtet. Die Podiumsdiskussion war “legendär”, die “einem Schiedsgericht über Helios glich”. Leider muss festgestellt werden, dass sich seither rein gar nichts bewegt hat. Im Gegenteil, die Bedingungen haben sich noch weiter verschärft. Es hat den Anschein, als möchte man die Beschäftigten der Amper Kliniken für ihre öffentliche Kritik bestrafen. Helios möchte partout keinen Millimeter einlenken? Die Beschäftigten der Amper Kliniken wollen so nicht mit sich umspringen lassen, daher gehen sie auf die Straße!

Das Tauziehen in der Amper Klinik geht weiter! Während die Beschäftigten der Amper Klinik in Dachau alles versuchen, um mit dem Klinik-Chef Christoph Engelbrecht eine annehmbare Lösung für die anhaltende Situation im Klinikum zu finden, geriet dieser immer mehr in den Fokus der öffentlichen Medien. Die miesen Zustände seien so nicht mehr hinnehmbar, daher setzten sich die Beschäftigten der Amper Klinik schon seit Monaten für eine gütliche Lösung mit dem Chef ein. Doch leider waren alle Versuche bisher erfolglos, der Klinik-Chef mauert auch weiterhin!